Drin! Und jetzt?

Die Alternative für Deutschland hat  es geschafft: Sie wird mit sieben Abgeordneten im Europaparlament vertreten sein. Glückwunsch! Welche Schlüsse kann man aus diesem und weiteren Wahlergebnissen ziehen und wie geht es weiter?

Wer sich in den letzten Wochen dem Wahlk(r)ampf und der grotesken Propaganda der Mainstream-Medien (MSM) aussetzte, musste zu dem Ergebnis kommen, dass im Grunde nur zwei Möglichkeiten zur Wahl standen: Europa oder Hitler.

Auch wenn es in beiden Lagern verschiedene Geschmacksrichtungen gab, lief es auf diese Polarisierung hinaus. Wenig überraschend gab es wenige Freiwillige im Hitler-Lager, aber Blockparteien und „Qualitätsmedien“ haben umso kräftiger dafür gesorgt, dass die AfD dorthin geschoben wurde.

Der naheliegendste Schluss aus dem Einzug der AfD in das Europaparlament ist, dass die Damönisierung durch MSM und (im AfD-Jargon) „Altparteien“ nicht funktioniert hat, sondern nur bei denjenigen verfing, die ohnehin nie gefährdet waren, AfD zu wählen.

Das ist eine sehr gute Nachricht, denn es dokumentiert, dass ein erheblicher Teil des deutschen (Wahl-)Volkes nicht länger gewillt ist, Ratio, Gewissen und Stimme an die Gouvernanten abzutreten, die sich anmaßen, so viel besser als die Bürger zu wissen, was ihnen gut tut und wie es in Land und Kontinent zugehen soll.

Am Wahlabend verkündete Bernd Lucke, eine neue Volkspartei erblühe. Vermutlich hatte er damit mehr Recht als er eigentlich intendierte, denn Volksparteien zeichnen sich vor allem durch eine gewisse „inhaltliche Unschärfe“ aus, die es fast jedem erlaubt, aus den epischen Parteiprogrammen den gewünschten Nektar zu saugen und sich wiederzufinden. Was dann tatsächlich nach der Wahl herauskommt, ist von konkreten Machtkonstellationen abhängig und hat mit den Wahlkampfforderungen nur selten zu tun.

Im Falle der AfD musste man sich kurz vor der Wahl einige Male verwundert die Augen reiben, denn aus dem einstigen Kernthema Euro-Austritt (am liebsten der Südländer, aber zur Not auch durch Deutschland) wurde plötzlich eine plakative Forderung des Bundestagswahlkampfes, die man ja gar nicht so gemeint hatte. Aha! Wer genau das nicht so gemeint hatte, Parteiführung, Parteibasis oder Wähler, hätte man schon gerne erfahren.

Auch Themen wie Schwule und Lesben, Migranten- und Frauenrechte mussten noch ganz dringend nachgeschoben werden, da dies die Mehrzahl der Wähler offenbar wahnsinnig beschäftigt. Da bei diesen Themen aber keine messbare Differenzierung zum bestehenden Parteienkartell erkennbar ist, kann das wohl kaum das Wahlergebnis erklären.

Wünschen wir der AfD und uns, dass sie nicht vergessen, wer und aus welchen Gründen sie gewählt wurden. Wer vergessen hat, was passiert, wenn sich Parteien nach den Medien ausrichten und nicht den eigenen Anhängern, der betrachte den Trümmerhaufen FDP.

Andreas Lichert

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