Das Elend in Zahlen

Die ansonsten nicht gerade für ihren Humor berüchtigte Kanzlerin hat in einer Regierungserklärung am 23. März 2011 eine große Portion schwarzen Humors bewiesen als sie sagte:
„Deutschland profitiert vom Euro, wie kaum ein anderes Land in der Europäischen Union.“

Vermutlich meinte sie: Es gibt Leute in Deutschland, die vom Euro profitieren.
Wer diese Profiteure sind, ist genauso unschwer zu erkennen, wie diejenigen, die es definitiv nicht sind: Arbeitnehmer!
Deutschland befindet sich angeblich in einem Wirtschaftsboom auf Kosten Südeuropas, ein Beschäftigungswunder jagt das andere und was haben die Arbeitnehmer davon? Nichts!

Nichts lässt sich aber schlecht grafisch darstellen, daher haben wir die Reallohnentwicklung als wesentlichen Gradmesser für die Kaufkraftentwicklung der Arbeitnehmer herangezogen.

Reallohn_D

Quelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de

Zu sehen ist die parallele Entwicklung von Nominallöhnen und Verbraucherpreisen. Diese Parallelität führt dazu, dass jede Lohnerhöhung durch Preissteigerungen neutralisiert wird und das Ergebnis ist eine stagnierende Reallohnentwicklung.

Seit der Wiedervereinigung ist der Wohlstandszuwachs von Lohnempfängern praktisch zum Erliegen gekommen!

Aber es kommt noch schlimmer, denn die Chancen, dass die tatsächliche Teuerung über der offiziellen liegt ist sehr hoch, denn vor allem der Staat profitiert davon – siehe Themenseite Inflation auf Euro-Wahrheit.de.

Wenn man diese Entwicklung im Zuge der Euro-Krise betrachtet, wird es richtig bitter. Die vielbesungene deutsche Wettbewerbsfähigkeit basiert nämlich auch zu großen Teilen auf dieser Lohnzurückhaltung. Man kann es mit gutem Recht als Stärke unseres Standortes auslegen, dass die Sozialpartner diesen Weg gegangen sind, aber man darf es ganz sicher nicht den Politikern anrechnen.

Um langfristiger Entwicklung Willen haben deutsche Arbeitnehmer de facto auf Lohnzuwächse verzichtet, während in  anderen Ländern der Schluck aus der Pulle genommen wurde. Diese Länder können nun ihre Schulden, die sie zwangsläufig bei den Ländern mit Leistungsbilanzüberschüssen haben, also z.B. Deutschland, nicht zurückzahlen. Diese deutschen Ersparnisse sind futsch.

Aber damit das keiner merkt, was für einer mieses Geschäft das Ganze war, werden jetzt noch ein paar hundert Milliarden deutsche Steuergelder als Garantien und Bürgschaften dem schlechten Geld hinterhergeworfen.

Danke liebe Politiker!

Haftungspegel_20140527_de

Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/policy/Haftungspegel.html

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