Sparpolitik in Europa?

Zwei Schlagzeilen aus dem Wirtschaftsteil der heutigen FAZ genügen, um die Schizophrenie der aktuellen Debatte um die vermeintlich erdrückende Austerität aufzudecken:
Gabriel stellt Europas Sparpolitik in Frage“ heißt es in der Druckausgabe und auf der gleichen Seite lesen wir „Steuereinnahmen in der EU erreichen Rekordniveau“.
Kombinieren wir beide Aussagen, müssen steigende Einnahmen und Sparsamkeit der Regierung zwingend zu einem Rückgang der Schulden führen. Und das ist ja angeblich auch, was ganz Europa vor hat. Werfen wir einen Blick auf die Verschuldung ausgewählter Euro-Länder.

Schuldenstand 2013

Quelle: Eurostat via Google Data Explorer
Hmm, da ist von Schuldentilgung aber nichts zu sehen. Das einzige Land, das seinen Schuldenstand in Relation zum Bruttoinlandsprodukt messbar senken konnte ist…Tusch, Fanfare…Deutschland. Na, wer hät’s gedacht?

Steuern und Abgaben steigen also munter weiter und es reicht den Politikern immer noch nicht. Was würden wir nur ohne unsere lieben „Volksvertreter“ machen?
Ganz einfach: das Geld selbst ausgeben!

Andreas Lichert

Ein Gedanke zu „Sparpolitik in Europa?“

  1. Kein Wunder, wenn man sich die jüngsten Refinanzierungszinsen der PIIGS inkl. Zypern ansieht. Das ist zu verlockend.
    Zypern meldet sich mit Anleiheauktion zurück am Kapitalmarkt
    Die EURO-Gruppe hat gerade mit Stolz herausgestellt, wie viel die einzelnen Krisenstaaten an Zinslasten durch ihre umsichtige Politik gespart hätten. Jetzt noch schnell den gerade erst in Kraft getretenen Fiskalpakt aufweichen, dann wird alles noch einfacher … äh nachhaltiger und transparenter natürlich! Und das wird uns auch noch als Erfolg verkauft, denn die EZB-Politik wirke ja. Na mal sehen, wie lange das Spielchen „Staatsfinanzierung und keiner merkt es“ noch funktioniert. Die Preisblasen auf den Vermögensmärkten nehmen langsam Form an.

Kommentar verfassen