Propagandakrieg und 4. Macht

Ukraine? Da war doch was. Aktuell scheint die Krise im Irak die Schlagzeilen zu beherrschen und da dem Medienkonsumenten offenbar nicht zu viel zugemutet werden kann, tritt eben die Ukraine in den Hintergrund.
Ein wesentlicher Aspekt der Ukraine-Krise (oder ist es schon ein Bürgerkrieg) ist die auffällige Dissonanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung.
Auf Gabriele Krone-Schmalzs Interview haben wir bereits hingewiesen.

Von anderem Kaliber aber nicht weniger durchschlagend war die Sendung „Die Anstalt“ vom 29.04. Wer sich an den linksgrünen Selbstvergewisserungsfloskeln nicht stört, findet hier eine echte Perle.  Es werden nicht nur launig die Argumente der Putin-Versteher zum Besten gegeben und damit die zynische Heuchelei „des Westens“ entlarvt, sondern auch in einer pikanten Passage die „Elite-Netzwerke“ unter Deutschlands „Qualitätsjournalisten“.  War der Seitenhieb auf Klaus Klebers Vernetzung in die einschlägigen transatlantischen Netzwerke  noch auf Insider zugeschnitten (sinngemäß: „Kann ich beitreten? Ich habe eine Fernsehsendung.“ „Nur wenn es das Heute Journal ist.“), bekamen Josef Joffe, Herausgeber der ZEIT, und andere sehr direkte Breitseiten ab.

Soviel Majestätsbeleidigung war natürlich nicht hinnehmbar und so erhielt das ZDF folgerichtig eine Unterlassungserklärung. Bestimmt nur ein technischer Fehler, aber der entsprechende Beitrag ist, im Gegensatz zum Rest der Sendung, nicht mehr in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Glücklicherweise hat jemand die entsprechende Szene auf Youtu.be hochgeladen.

Es lohnt sich auch jenseits des Ukraine-Konflikts diesem Thema nachzugehen, denn die Wirkung dieser politisch-medialen Verstrickungen auf die „Mediendemokratie“ unserer Gesellschaft ist wahrscheinlich nur schwer zu überschätzen.

Mehrere Beiträge auf Telepolis, einem politischen Blog des Heise Verlags, gehen dem Thema nach. Leitartikler und Machteliten stellt den obengenannten Beitrag im Kontext dar. Ein Beitrag aus dem Februar 2013 stellt in einem Interview die Erkenntnisse Uwe Krügers vor, eines wissenschaftlichen Mitarbeiters am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, und verweist auf sein Buch „Meinungsmacht„.

Im Ergebnis wird das wieder eine Predigt vor den Bekehrten. Wer schon länger die meisten Journalisten als selbstgerechte !“§$%&/( und die Zeit als ihr Zentralorgan wahrgenommen hat, wird hier Bestätigung finden. Vergessen wir nicht, dass dieser Typus von Journalisten und Publizisten sich anmaßt, über uns Bürger zu bestimmen und zu entscheiden, wie viel Wahrheit man uns zumuten kann, ohne dass wir vielleicht die „falschen Schlüsse“ daraus ziehen oder gar das falsche wählen. Di Lorenzos rechtswidrige doppelte Stimmabgabe zur Europa-Wahl ist da nur die augenfälligste Rotznäsigkeit dieser Wahrheits-Ingenieure.

Mal abgesehen davon, dass sich diese Medien im Kampf gegen Recht(s) und herbeigeschriebenen Nazis für keine Schweinerei zu schade sind. Aber genau deswegen werden die braven Bürger eher weiter diesen Propagandaabteilungen folgen als die richtigen und notwendigen Schlüsse zu ziehen und endlich selbstständiges Denken zu betreiben.

Gleichzeitig ist dieser Gesamtkomplex aber eine wichtige Rückversicherung für diejenigen, denen die Gleichschaltung der Leitmedien bereits suspekt war. Wenn sich am Ukraine-Konflikt diese Verstrickungen und eindeutig tendenziöse Berichterstattung so manifestiert, wie steht es dann um andere bedeutende Themen in unserem Land? Wie real ist die fabrizierte Wahrheit bzgl. der sozialen Lage Deutschlands, der Bildung unserer Jugend, den großartigen Gewinnen aus Euro und Europa, dem großen Nutzen der Zuwanderung, der vermeintlichen Benachteiligung von Frauen und Homosexuellen usw.?

Das macht alternative Informationsquellen und letztlich auch Seiten wie diese immer unverzichtbarer.

Andreas Lichert

Ein Gedanke zu „Propagandakrieg und 4. Macht“

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