Conchita Wurst im Kalifat

Gibt es eigentlich noch Politik in der Politik?
Betrachtet man Verlauf und Inhalt politischer Diskussionen muss man das fast verneinen. Europa oder Hitler, gut vs. böse, alle gegen rechts – das hat wenig mit Politik, aber viel mit Religion bzw. Ideologie als Glaubensersatz zu tun.
Unsere Gesellschaft als post-religiös zu bezeichnen, passt also nicht, es haben sich nur die Glaubensinhalte verändert.

Zwei Vögel markieren das aktuelle „Portfolio im Markt der Glaubensinhalte“:
Der eine Vogel heißt Pierre und steht für ein Islam- und Religionsverständnis, das so gar nicht zu unserer modernen Wohlfühlgesellschaft passt, den Salafismus.

Der andere (Paradies-)Vogel als Zeigerpflanze heutiger Zustände ist das Conchita Wurst.

Ja, ne, klar:
„Peace and freedom“ – wer könnte da schon nein sagen, oder? Also wirklich „unstoppable“?

Die christlichen Amtskirchen haben sich aus diesem Markt weitgehend verabschiedet, beschäftigen sich zumeist mit sich selbst oder hecheln dem Zeitgeist hinterher.
So hat beispielsweise die EKD jüngst ein Studienzentrum für Genderfragen eröffnet, um endlich die Vision von einer geschlechtergerechten Kirche zu verwirklichen. Und als wäre das nicht schon traurig genug, nachfolgend ein offizielles Video zu einer Kampagne der Frauen- und Männerarbeit der EKD. Leider keine Satire!

Ja, genau: Schaffen wir Männchen und Weibchen auf den Türen ab, hängen wir am besten die Klotüren ganz aus und schon werden sich die Kirchen wieder füllen…da ist es wirklich einmal angebracht:
Oh Gott!

Die deutschen Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Medien, Vereine, also eigentlich alle, setzen voll auf Wurst. Homophobie ist der neue Schlachtruf und überall wird Vielfalt und Toleranz gepredigt aber selten eingelöst.
Hier schließt sich zum ersten der Kreis nach Frankfurt, denn wie gut amtlich verordnete Vielfalt funktioniert, zeigten die Vorfälle im Jugendhaus Gallus und die Zerstörung eines Kunstwerks im Portikus nur zu gut. Aufgrund von Nötigungen und Drohungen gegen Mitarbeiter seitens junger Salafisten wurde das Jugendhaus für etwa 6 Wochen geschlossen. Die Zerstörung der Kunstwerks bestand in der Entwendung eines Koran aus einer Installation.

Zuerst versuchte man den oder die Vorfälle kleinzureden und als Einzelfälle darzustellen. „Andere Gremien der Stadt wie der Ortsbeirat, die Versammlung der Stadtteilpolitiker, erfuhren von dem Vorfall im Gallus erst, als er durch Medienberichte öffentlich wurde.“ und „Zu diesem Zeitpunkt hieß es im Sozialdezernat noch, es handele sich um einen Einzelfall. Es gebe keine Erkenntnisse darüber, dass auch in anderen Jugendhäusern Salafisten aufgefallen wären. Aus anderen Stadtteilen war jedoch das Gegenteil zu hören. Fast schon regelmäßig kamen offenbar radikalisierte Muslime in das Jugendzentrum nach Ginnheim…“ geben Auskunft über die Vernebelungstaktik der Verantwortlichen.

Nachdem „der Vorfall“ aber in die Öffentlichkeit gelangt war, hätte man doch wenigstens erwarten können, dass im Anschluss eine Aufarbeitung in Form polizeilicher Ermittlungen erfolgt wäre, aber mitnichten. Erst die FDP-Fraktion im Landtag erstattete Anzeige, da weder Stadt Frankfurt, noch AWO (Träger des Jugendhauses) und schon gar nicht die Mitarbeiter den Mut dazu fanden Maulkorb?).

Wie darf man sich Conchita Wursts Zukunft vorstellen, wenn diese radikalen Islamisten die Macht erlangen und die Scharia regiert?

Um es abzukürzen: Das Wurst taugt als Pin-Up des Liberalismus als Gegensatz zu fundamentalistischer Religion nicht!

Die Idee, dass ausgerechnet durch staatlichen Zwang Freiheit verordnet werden könne, wäre in besser Zeiten sofort als absurd abgetan worden. Heutzutage gibt es ein Heer von Gleichstellungs- und sonstigen Beauftragten, das sich längst von den tatsächlichen Bedürfnissen abgekoppelt hat und auf unsere Kosten abstrusen Ersatzreligionen anhängt. Die Bürokratie wurde erfunden, um die Bedürfnisse der Bürokratie zu decken!

Zuvorderst ist dabei der ganze Gender-Scheiß, hier vertreten durch die Wurst, zu nennen. Ich lehne es ab, diesen Mist durch Verklausulierung und Unterstellung, dass es ja doch irgendwie gut gemeint sei, diskussionswürdig zu machen. Ernsthaft die Vorstellung zu verbreiten und über staatliche Schulen und Hochschulen in die Gesellschaft pressen zu wollen, das biologische Geschlecht sei ein soziales Konstrukt, ist intellektuell hanebüchen und ein Rückschritt vergleichbar mit der Abkehr vom heliozentrischen Weltbild und der Vorstellung der Welt als Scheibe. Das hat in unserer Welt genauso wenig zu suchen wie Genitalverstümmelung und andere Abscheulichkeiten, die im Namen von Religionen und Traditionen begangen werden.

Jetzt haben wir am kommenden Samstag offenbar Gelegenheit zu besichtigen, wie ernst es den Gouvernanten und Gutmenschen denn mit ihrem Geschrei nach Vielfalt und Toleranz, Emanzipation und Gleichberechtigung tatsächlich ist, denn Pierre Vogel kommt nach Offenbach und darf dort demonstrieren.
Die lokalen Parteien finden das eher mittelsuper, da hat sogar die CDU ausnahmsweise mal eine Meinung und man hat wohl sogar versucht, die Veranstaltung zu verbieten.
Ein Gedankenexpermient: Was wäre wohl passiert, wenn die NPD eine Demo abhalten wollte? Das Resultat muss hier nicht vertieft werden.
Wo findet heute noch eine großflächige Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen statt? Im deutschen Bürgertum, am Stammtisch, in Kirchen, Unternehmen und Vereinen? Nein, wohl eher in den moslemisch geprägten Migrantenmilieus.
Ich gehe davon aus, dass von all den mutigen Kämpfern für das Gute, Wahre und Schöne dennoch nicht viel zu sehen sein wird, trotz der Gegendemonstration eines breiten Bündnisses.
Via Facebook „Bunt statt braun Offenbach“:
„Kein Platz für Extremisten in Offenbach! Am Sa., 28.06. um 14.00 Uhr auf dem Aliceplatz gibt es eine Gegendemo zur geplanten Veranstaltung von Salafisten in Offenbach. Die GRÜNEN Offenbach, die LINKEN, die Jusos Offenbach und das Bündnis „Bunt statt Braun“ rufen gemeinsam auf, ein Zeichen gegen Intoleranz zu setzen.“

Seien wir gespannt und skeptisch auf die Intensität dieses Aufstands der Anständigen, schließlich müssten sie sich ja dann zwischen zwei ihrer Lieblingsklientel entscheiden, denn Wurst im Kalifat geht nicht.

Andreas Lichert

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