Deutsche Waffen gegen Islam-Barbaren?

Vorbemerkung zu diesem Diskussionsbeitrag:

Für die gezielt immer multiethnischer und multikultureller geformte  deutsche Gesellschaft gibt es kaum noch eine internationale Krise, die nicht auch innenpolitische Folgen und Verwerfungen mit sich bringt. Das wurde jüngst sehr deutlich beim Konflikt Israels mit den Palästinensern in Gaza, das ist auch jetzt wieder so beim Vormarsch der Islam-Barbaren von „Islamischer Staat“. Deshalb darf die politische Diskussion um diese Themen nicht sogenannten „politischen Eliten“ überlassen werden – dazu sind die Entwicklungen speziell im Nahen Osten für ein Land, zu dem nach Meinung dieser „politischen Elite“ auch der Islam gehören soll, zu schicksalhaft für jeden Bürger. Dieser Text soll die notwendige Diskussion bewusst provozieren und beleben.


Deutsche Waffen gegen Islam-Barbaren?

Gelungenes Täuschungsmanöver mit strategischer Absicht

Die Gräuelbilder vom Wüten der sich „Islamischer Staat“ nennenden Massenmörder in Syrien und dem Irak empören die Menschen in der westlichen Welt, also auch in Deutschland. Hunderttausende Angehörige von religiösen Minderheiten, darunter Christen, müssen in diesen beiden Bürgerkriegsländern um ihr Leben fürchten, viele haben dieses schon verloren oder sind aus ihrer Heimat vertrieben worden und auf der Flucht. Es muss zweifellos entschlossen gehandelt werden, um der Barbarei im Namen einer Religion, nämlich des Islam, ein Ende zu setzen oder ihr wenigstens Einhalt zu gebieten.

Sämtliche islamisch dominierten Länder sind dazu aber weder willens noch fähig – eine bemerkenswerte politische, religiöse und moralische Bankrotterklärung.. Also sollen es die Amerikaner richten, die doch mit ihrer katastrophalen Politik den Irak chaotisiert und in Syrien aktiv das Unheil geschürt haben, von dem Desaster in Libyen mal zu schweigen. Die Amerikaner wollen aber keine Soldaten mehr in einen Kampf schicken, der vielleicht noch einmal gegen die Islam-Barbaren von IS, aber gewiss nicht auf Dauer zu gewinnen ist. Deshalb setzen sie ihre in diesem Teil der Welt weit überlegene Technik mit Luftangriffen und Drohnen ein. Die lebensgefährliche Dreckarbeit aber sollen andere machen, im aktuellen Fall also die Kurden, die sich von der Situation – mal wieder – eine eigene Staatsbildung erhoffen.

Deutschland hat im Irak und in Syrien keine Schuld an der schrecklichen Lage. Für diese tragen die ehemaligen Kolonialmächte sowie insbesondere die USA die Verantwortung. Allerdings werden islamische Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und andere seit vielen Jahren mit Waffen und Kriegsgerät aus deutscher Produktion versorgt. Ob und in welchem Ausmaß diese Waffen aus undurchsichtigen Kanälen, aber mit durchsichtigem Kalkül aus den superreichen Sunniten-Staaten zur Schwächung der Schiiten und der Assad-Regierung in die Hände der Islam-Barbaren gelangt sind, lässt sich derzeit nicht feststellen. Doch selbst wenn das der Fall ist, wäre es kein überzeugendes Argument für die nun beschlossenen deutschen Waffenlieferungen an die Kurden.

Als Grund für das indirekte militärische Eingreifen Deutschlands wird offiziell und mit massiver Unterstützung der Medien die Brutalität und Grausamkeit des Vorgehens der Islam-Barbaren von „Islamischen  Staat“ angegeben. Tatsächlich handelt es sich offenbar um eine neue Qualität an religiös motivierter Gewalt, nicht zuletzt bedingt durch viele militante Muslime aus Westeuropa, die dort nach Herzenslust morden und zerstören dürfen. Das übrigens ist ein Aspekt des Geschehens, der hierzulande jeden frösteln lassen sollte, der das fatale Politikergerede von „Der Islam gehört zu Deutschland“ hingenommen oder gar akzeptiert hat.

Selbstverständlich ist es unerträglich, mit den Bildern der Massaker an Christen und anderen Minderheiten im Irak und Syrien konfrontiert zu werden. Aber schien es nicht ebenso unerträglich, mit den blutigen Regimen der Saddam Husseins, Ghaddafis und Assads zu leben? Haben die direkten oder verborgenen westlichen Interventionen im Irak, in Libyen oder Syrien irgendetwas besser gemacht? Die Antwort ist einfach: Nein, im Gegenteil.

Trotzdem soll nun eine massive Bewaffnung der untereinander keineswegs einigen, dazu dem Westen dauerhaft kaum freundlich gesinnten Kurden die todesverachtenden Islam-Barbaren stoppen. Und ausgerechnet Deutschland, dessen Ausrüstung und Personal der Bundeswehr laut aktuellen Berichten sich in einem beklagenswert blamablen  Zustand befindet, soll nun einen wichtigen Beitrag zur Aufrüstung der Kurden leisten. Geht es noch ein wenig absurder?

Wenn überhaupt eine westliche Macht wirkungsvoll dazu beitragen könnte, die Islam-Barbaren zumindest zu stoppen, dann wären das die USA. Deren Anteil an der katastrophalen Zerrüttung der Region ist ohnehin groß genug, um auch von deutscher Seite diesen amerikanischen Beitrag anzufordern.

Doch das wird schon deshalb nicht geschehen, weil weder die Regierung in Berlin noch eine der “staatstragenden“ Parteien diese Forderung zu formulieren wagen wird. Dazu gibt es in der deutschen Politik und den Medien zu viele bestens vernetzte „Transatlantiker“, was in nicht wenigen Fällen nur eine andere Bezeichnung für Einflussagenten der US-Interessen ist. Und diese Interessen sind nicht darauf gerichtet, die Lage im Irak und Syrien befrieden zu helfen. Wäre es anders, müssten und könnten die Amerikaner alles dafür tun, die superreichen Paten der Islam-Barbaren aus den Öl-Staaten zur Beendigung ihres zynischen Spiels zu nötigen.

Die Merkel/Gabriel-Regierung hat aber noch ein ganz anderes Motiv, der moralisch-propagandistisch bedrängten deutschen Öffentlichkeit die Unterstützung für die Kurden zu verkaufen: Denn mit kann eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg in die Militarisierung der deutschen und EU-Außenpolitik im Sinne von van der Leyen, Gauck, Guttenberg und auch Herrn Özdemir beschritten werden. Wer heute die Kurden mit Waffen versorgt, der kann – zum Beispiel – morgen auch die Ukraine beliefern. Das hat auch den von der Regierung gerne in Kauf genommenen Nebeneffekt, dass der jammernden einheimischen Rüstungsindustrie die Arbeit nicht ausgeht und sogar ein sozialdemokratischer Wirtschaftsminister künftig mit bestem Gewissen Waffenexporte in Krisengebiete oder autoritäre Staaten befürworten kann.

Ginge es tatsächlich um die Rettung der Christen und anderen Minderheiten im Irak und Syrien, um das Zurückdrängen und die Zerschlagung der Islam-Barbaren, die sich „Islamischer Staat“ nennen, dann bedürfte es einer ganz anderen Politik und ganz anderer Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Doch dazu hat Deutschland weder die Macht noch die Möglichkeiten.

Es gab allerdings für den gesamten Westen genug Möglichkeiten den Aufstieg der Islam-Barbaren zum einem hochgefährlichen politischen und militärischen Faktor in der Region zu stoppen oder gar zu verhindern – der „Islamische Staat“ ist schließlich kein plötzliches Naturereignis. Warum das nicht geschah – darüber lässt sich spekulieren. Warum aber jetzt deutsche Waffen an die Kurden geliefert werden sollen – das entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Täuschungsmanöver zur Erreichung ganz anderer langfristiger Ziele.

Es ist verständlich, wenn viele Menschen in unserem Land es gut, richtig und wichtig finden, dass den so mörderisch bedrängten Christen und anderen Minderheiten in Nahost geholfen werden soll. Doch auf dem nun von der Bundesregierung und dem Parteienblock eingeschlagenen Weg wird das zum einen nicht möglich sein, zum anderen sind die Motive für diese Richtungsentscheidung mitnicht die, welche verkündet werden.

Wie aber kann nun den gefährdeten Minderheiten im Irak und Syrien von deutscher Seite geholfen werden?

Erstens mit der Aufforderung der Bundesregierung an die USA , Großbritannien und Frankreich, zum Ziel der Eindämmung und Vernichtung der Islam-Barbaren von IS ein Zweckbündnis mit dem Iran, den Kurden und Assad-Syrien einzugehen.

Zweitens massiver Druck auf Saudi-Arabien, Katar und die Ölstaaten, die Finanzierung von IS zu stoppen und zu unterbinden. Offener Druck auch auf den NATO-Partner Türkei, weder direkt noch indirekt die Islam-Barbaren von IS zu begünstigen.

Drittens eine von den beiden Amtskirchen durchgeführte, großangelegte Solidarisierungs- und Unterstützungsaktion für die verfolgten Christen und anderen religiösen Minderheiten in der Region.

Viertens die Aufforderung an alle in Deutschland agierenden Islamverbände und Moscheegemeinden, sich deutlich und vernehmlich von den Islam-Barbaren im Irak und Syrien zu distanzieren und die Teilnahme von hierzulande lebenden Moslems an den Schlächtereien zu ächten.

Fünftens strenge Bestrafung aller Personen, die als Deutsche im Irak oder Syrien für die Islam-Barbaren gekämpft haben. Personen mit zwei Staatsangehörigkeiten muss die deutsche entzogen werden, Ausländer, die in Deutschland gewohnt oder Asyl beantragt haben, bekommen ständiges Einreiseverbot.

Wahrscheinlich ließe sich diese Liste noch erweitern. Wesentlich ist, dass es ohne diese fünf notwendigen Maßnahmen unglaubwürdig und dazu sinnlos ist, deutsche Waffen an die Kurden zu liefern. Der Schmerz und der berechtigte Zorn auf die Schlächterei der Islam-Barbaren von IS dürfen nicht dazu führen, sich von den Strategen einer zunehmend militarisierten deutschen Außenpolitik im Interesse der geschwächten USA missbrauchen zu lassen. Eine politische Kraft, die eine echte Alternative zu dem Parteienblock in Berlin sein will, muss diese Standfestigkeit zeigen.

Wolfgang Hübner, 26. August 2014

Ein Gedanke zu „Deutsche Waffen gegen Islam-Barbaren?“

  1. … es ist noch einfacher: die USA sind platt und pleite und irgendeindepp muss doch die Waffen liefern, die man temporär benötigt, um Drohkulisse aufzubauen. Dabei ist den USA und EU und BRD egal, was nachher mit den Dingern passiert. Hauptsache, die USA bekommen ihren Willen und Deutschland zahlt, weil damit korrumpiert“

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