Die BILD-„Volksgemeinschaft“ gegen das Volk

Auf dem Weg zur Demokratur von Antifa und Arrivierten 

Als ich heute die Frankfurter Ausgabe der BILD-Zeitung erblickte, fühlte ich mich fast ein halbes Jahrhundert in meinem Leben zurückversetzt – wenngleich leider nicht jünger, sondern nur erfahrener: Die Schlagzeile: „NEIN ZU PEGIDA! 50 Prominente setzen in BILD ein Zeichen“ erinnerte mich sofort an meine munteren Jugendjahre als Aktivist der Außerparlamentarischen Opposition (APO) gegen die damalige Große Koalition aus Union und SPD, Vietnamkrieg, Notstandsgesetze und die Springer-Presse.

Wenn man APO austauscht mit dem aktuellen Kürzel Pegida, dann weiß der etwas älter gewordene Zeitzeuge, dass die Formen und Methoden der Volksverdummung mittels Medienmacht sich in diesen knapp 5 Jahrzehnten überhaupt nicht verändert haben, sondern so widerwärtig und schmutzig sind wie eh und je. Es gibt allerdings einen gewichtigen Unterschied zwischen 1967/68 und 2015: Damals gab es noch genug Zeitungen, andere Medien und gesellschaftliche Institutionen, die sich gegen die Hetze der Springer-Presse und ihrem Flaggschiff BILD positioniert haben.

Das ist jetzt anders: BILD ist unter all den in Sachen Pegida wie durch Knopfdruck gleichgeschalteten „Qualitätsmedien“ nur noch die lauteste und propagandistisch skrupelloseste Stimme gegen die neue Volksbewegung, die so gar nicht ins Kalkül all derer passt, die Deutschland mit Antifa-Einschüchterung und offenem Gesinnungsdruck in eine ebenso konforme wie pervertierte „Volksgemeinschaft“ zum Wohle der Interessenkoalition aus Arrivierten, Etablierten und Reichen machen wollen.

Sie alle mitsamt ihren gefügigen journalistischen Marionetten fühlen sich von Pegida ja nicht bedroht, weil eine immer noch sehr überschaubare Zahl von Bürgerinnen und Bürgern in Dresden und anderswo Woche für Woche Gesicht gegen die „vermeintliche“ Islamisierung sowie eine völlig verfehlte und verlogene Einwanderungs- und Asylpolitik zeigt. Diese Interessenkoalition des deutschen Machtblocks sieht vielmehr seine ökonomische und ideologische Macht über die Massen der schwer arbeitenden Gering- und Normalverdiener, die ausgeplünderte Mittelschicht, die Klein- und Sozialrentner und all die in Hartz IV abgeschobenen Langzeitarbeitslosen gefährdet. Denn es sind diese Menschen, die nicht nur die große Mehrheit im deutschen Volks sind, sondern auch diejenigen, die die Folgen von Islamisierung und ungesteuerter Flüchtlingsflut viel direkter, viel unmittelbarer erfahren als Thomas Gottschalk im sonnigen Kalifornien und jene in BILD abgelichteten Halb- und Großprominente mit Zweitsitz in der Toskana, Mallorca oder der reetgedeckten Sylt-Villa in Kampen.

Vor fast einem halben Jahrhundert hetzte die BILD-Zeitung, die damals noch weit mehr Leser hatte als heute, so lange gegen die APO, bis die letztlich tödlichen Schüsse auf den radikalen, aber auch national gesinnten Studentenführer Rudi Dutschke abgefeuert wurden. Für mich wie für viele andere meiner Generation war das Anlass, in den Ostertagen 1968 auch mit unzulässigen Mitteln gegen die Springer-Presse zu demonstrieren.

Ich bin weder darauf noch auf etliche der Spätfolgen der APO-Proteste stolz. Aber beim Anblick der heutigen BILD-Schlagzeile bin ich gerne noch einmal bereit, konsequent und mit ganzem Herzen auf der Seite deren zu stehen, die gegen Lüge, Diskriminierung und Verachtung der Grundrechte Gesicht zeigen – allerdings ganz bestimmt nicht neben Udo Lindenberg und Aiman Mazyek in der BILD-Zeitung.

Wolfgang Hübner

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