Moralischer Bankrott der Zivilgesellschaft

An die ständige Brüsseler Konkursverschleppung im Namen von Frieden, Freiheit und Freibier für alle in Europa haben wir uns schon gewöhnen müssen, denn wenn es ernst wird, bleibt von der in Berlin gepflegten Rhetorik nichts mehr übrig. Noch schwerer wiegt jedoch der moralische Bankrott, denn offensichtlich zählt die politische Nomenklatura Terror und Gewalt zu probaten Mitteln der politischen Auseinandersetzung, solange sie nur von der richtigen, nämlich nützlichen Seite kommt.

Nützlich ist Gewalt dann, wenn sie zuverlässig verhindert, dass diejenigen, die „der Kaiser ist nackt“ rufen (könnten), zu Wort kommen. Dazu ist zunächst erforderlich, jegliche rationalen und moralischen Maßstäbe über Bord zu werfen und hemmungslosen Opportunismus zu betreiben.

Die Liste der (Mit-)Täter ist lang und ich will mich daher auf diejenigen beschränken, die besonders hochtrabende Ansprüche vor sich hertragen und ständig Moralin verspritzen, nämlich Parteien und Kirchen sowie ihre Anhängsel.

Nicht der Rede wert sind in diesem Zusammenhang Gewerkschaften und linke Gruppen, die durch mehr oder weniger offene Unterstützung sogenannten Antifaschisten und ihrer gewalttätigen Anhängerschaft dieser Entwicklung Vorschub geleistet haben. Ebenso wenig der Rede wert sind die Medien, also die Lügenpresse, die man nicht so nennen darf. Was dort als objektive Berichterstattung verkauft wird, taugt oftmals nur zur Realsatire und umgekehrt ist der Informationsgehalt von Satiresendungen wie „der Anstalt“ oftmals höher als bei den Tagesthemen.

Erinnern wir uns: Vor sechs Monaten war die Welt Deutschland noch in Ordnung. Der deutsche Michel schlief zwar unruhig, weil man ständig an seinem Portemonnaie zupfte, aber doch schlief er, denn alle die aufmuckten, konnten ja nur irre Rechtsradikale sein. Es gab zwar schon die AfD, die komischerweise von zwei Millionen ebenfalls vermutlich Irren gewählt wurde, und die segensreiche Wirkung des Euro partout nicht erkennen wollte, aber die konnte man getrost ebenfalls als rechtsradikal abqualifizieren – zumindest versuchte dies die politisch-mediale Parallelgesellschaft nach Kräften.

Doch es kam noch schlimmer: Da fanden sich doch tatsächlich einige Dresdner zusammen und begannen, all das Geschwafel von Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Grundrechten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit doch tatsächlich einmal ernstzunehmen!? Damit konnte natürlich niemand rechnen, schließlich war zivilgesellschaftliches Engagement längst zur staatlichen Kernaufgabe geworden. Das ist natürlich ein Widerspruch in sich, aber siehe oben: Ratio und Moral sind längst über Bord gegangen.

Glückliche Sklaven sind die größten Feinde der Freiheit

Zugegeben: Der Spruch ist geklaut, aber leider sehr zutreffend.
Ein staatlich gelenkte Zivilgesellschaft mag alles mögliche sein, aber eines ganz sicher nicht: zivil.

Aber es ist auch einfach zu verlockend: Man schlage sich auf die Seite der Mehrheit, bleibe dabei völlig risikofrei, weil alle, wirklich ALLE mitmachen, und beklatsche sich dann noch für – Achtung: festhalten – Zivilcourage.

So kommt es, dass sich überall Bürgerinitiativen für Vielfalt, Toleranz und sonstige Wohlfühlvokabeln bilden, deren einzige Aufgabe die Unterdrückung von Vielfalt, Bekämpfung widerspenstiger Mindermeinungen und Verhinderung von Toleranz diesen gegenüber sind. Ganz dem Mao zugeschriebenen Motto folgend: „Erschieß‘ einen, erzieh‘ hundert.“

Da waren aber Politik und Medien ganz schön aus dem Häuschen als auf einmal mehrere zehntausend Demonstranten begannen, ihre grundgesetzliche garantierten Bürgerrechte wahrzunehmen und auf die Straße zu gehen.
Erst versuchte man sie lächerlich zu machen, indem man ihnen absprach, das Abendland (Was ist das überhaupt?) gegen eine vermeintliche Islamisierung verteidigen zu dürfen. Das waren doch ganz irrationale Ängste, so wie kleine Kinder im Dunkeln Angst vor Ungeheuern haben. Schließlich geht es in der deutschen Politik knallhart rational zu und ausschließlich aufgrund wissenschaftlicher 1000%ig untermauerter Fakten, werden Entscheidungen gefällt, so wie zum Beispiel beim Atomausstieg, dem Klimawa(h)ndel etc.

Und als dann noch durch islamistischen Terrorakte von Paris und Kopenhagen diese irrationalen Ängste bestätigt wurden, musste man sich etwas einfallen lassen und das wurde dann auch tatsächlich eine beeindruckende Leistungsschau in Orwell’schem Zwiedenken: PEGIDA und die Attentäter auf eine Stufe stellen!? Dass mit Berthold Kohler ausgerechnet ein Mitherausgeber der FAZ einen solchen Unsinn verzapfte (http://www.sezession.de/47823/charlie-hebdo-und-berthold-kohler.html), zeigt den moralischen Bankrott der „Bürgerlichen“ und ihrer Medien, denn entweder handelt sich um eine zutage tretendes intellektuelles Defizit (vulgo Dummheit) oder ein moralisches, also Boshaftigkeit, mindestens aber Opportunismus. Da man Kohler den Vorwurf der Dummheit kaum machen kann, wird es dann ziemlich eindeutig.

Nazi ist, wer Nazi tut

Die Heuchelei ist mit Händen zu greifen, dennoch soll anhand einiger Fragen illustriert werden, wie schief die politische Ebene in unserem Land bereits ist:

  • Wieviel Sinn hat es, vor geistiger Brandstiftung zu waren, wenn man Seit an Seit mit realen Brandstiftern, also den sogenannten Antifaschisten, marschiert? Was sagt das über die moralische Autorität, insbesondere von Kirchen und Parteien?
  • Demokratie und Grundrechte sind unteilbar. Die Geisteshaltung „Wer Demokrat ist, bestimme ich.“ ebnet totalitären Verhältnissen den Weg. Und wieso genau sollen ausgerechnet die links-faschistischen Antifaschisten entscheiden, welche Meinungen legitim sind und welche nicht?
  • Wie kann es sein, dass gerade im Zuge Anti-PEGIDA-Hysterie eine unglaubliche Relativierung des Holocaust Einzug halten kann? Zur besten Sendezeit kann Gesine Schwan in Günter Jauchs Sendung behaupten, dass das, was im dritten Reich den Juden angetan wurde, heute den Moslems widerfahre. Und noch schlimmer ist, dass in der Talkshow-Runde keiner vehement widersprach!

Im Ergebnis bedeutet diese Heuchelei, dass die PEGIDA-Demonstranten zu Freiwild erklärt wurden, gegenüber denen keine Niederträchtigkeit ausgelassen wird.
Wie ist dann zu erklären, dass dennoch in Umfragen eine enorme Zustimmung zu PEGIDA-Thesen und -Forderungen zu verzeichnen ist, während z.B. in Frankfurt kaum mehr als hundert Teilnehmer auf die Demo kommen?

Ganz einfach: Das Volk ist viel klüger als es gemeinhin dargestellt wird!
Nicht erst seit dem „Plebiszit in den Buchhandlungen“ um Sarazzins Bestseller ist vielen klar, dass bei Schlüsselbegriffen wie „kruden Thesen“ und „diffusen Ängsten“ gemeint ist, dass die Thesen viel zu gefährlich sind, um sie sachlich zu diskutieren. Das heißt, wenn tatsächlich nichts an PEGIDA dran wären, könnte man sie in Ruhe lassen, aber sie legen den Finger in eine klaffende Wunde des Establishments und daher müssen sie um jeden Preis niedergehalten werden.

Und das bedeutet vor allem mit nackter Gewalt und Einschüchterung den Kreis der Demonstranten klein halten, um sie marginalisieren zu können, deshalb dieser scheinbar totale Blindflug der politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen.

Jeder, der will, kann mit minimalstem Aufwand feststellen, dass die Gewalt bei diesen Demonstrationen ausschließlich von den linken Gegendemonstranten ausgeht. Hass, Hetze und „Menschenfeindlichkeit“ sind ebenso eindeutig verteilt. Das linke Gutmenschentum ist dadurch endgültig desavouiert und hat jegliche moralische Deutungshoheit ein für alle mal verspielt.

Montagabend wurde eine PEGIDA-Demonstrantin durch Steinwurf verletzt. Was muss noch passieren bis die Bürgerlichen aufwachen?

antifanten Opfer

Dabei erwartet niemand im Ernst, dass sich die Bürgerlichen aus Sympathie, Mitleid und staatsbürgerlicher Gesinnung vor die Demonstranten stellen. Aber schlichten Selbsterhaltungstrieb sollten man doch voraussetzen dürfen, oder?

Zur Verdeutlichung das bekannte Zitat von Martin Niemöller: „Als sie kamen, um die Juden zu holen, schwieg ich, weil ich kein Jude war. Als sie kamen, um die Kommunisten zu holen, schwieg ich, weil ich kein Kommunist war. Als sie kamen, um die Gewerkschafter zu holen, schwieg ich, weil ich kein Gewerkschafter war. Dann, als sie kamen, um mich zu holen, gab es keinen mehr, der für mich seine Stimme hätte erheben können.“

Wenn es PEGIDA und AfD einmal nicht mehr geben sollte, was werden dann all die staatliche gepäppelten Krawalltouristen und Berufsdenunzianten tun? Sie werden sich auf die CDU und sonstigen verbliebenen Restbürgerlichen stürzen!

Und wenn schon grüne Bürgermeisterinnen mit Hausbesuchen von Links-Faschisten (TAZ, tagesspiegel – man vergleiche die Berichterstattung mit Tröglitz!?) „überzeugt“ werden sollen, was blüht dann der CDU?

PS: Mit einem besonderen Gruß an Karbens Lügenbaron…denk mal drüber nach…

Andreas Lichert

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