Die alltägliche politische Manipulation

Anmerkungen zur Medienberichterstattung in Deutschland

(Gastbeitrag von Patrick Schenk)

Wer heutzutage einer geregelten Arbeit nachgeht und somit im immer brutaler werdenden “Haifischbecken“ des Arbeitsmarktes schwimmt, hat wenig Zeit, sich über die aktuelle Tagespolitik zu informieren. Eine Tageszeitung, das Radio und das Fernsehen (beiderseits meist öffentlich-rechtliche Sender) bilden für viele Menschen die Basis der Informationsbeschaffung. Die Berichterstattung unterscheidet sich zunehmen weniger. Die Themen gleichen sich ebenso, wie die gesellschaftspolitische Bewertung eines Sachverhalts, die in einer Nachricht (!) eigentlich nichts verloren hat. Manchmal fragt man sich schon am frühen Morgen, was eine Regionalnachricht aus einer weit entfernten Gemeinde in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern im Hessischen Rundfunk zu suchen hat. Aber die Kommentare führender Bundespolitiker legitimieren diese Meldung im gar nicht zuständigen Landesradio natürlich umgehend.

Schon lange wird nicht mehr sauber zwischen Nachricht und Kommentar unterschieden. Als Sohn eines Journalisten, der selbst einmal kurz im Zweiten Deutschen Fernsehen hospitieren durfte, galt die (be-)wertende Berichterstattung als unentschuldbares „No-Go“, die es unbedingt zu vermeiden galt. Heutzutage ist von diesem Grundsatz nur mehr wenig zu sehen und zu hören. Die Prinzipien sind gleichermaßen simpel wie effektiv. Eine Tat wird als „verabscheuungswürdig“ oder „unmenschlich“ dargestellt. Ein Täter ist „geistig verwirrt“ oder schnell einer wie auch immer gearteten „Szene“ zuzurechnen.

 Am Beispiel „Willkommenskultur“

Besonders auffällig sind in jüngster Zeit jedoch die unüberhör- und unübersehbaren Aufforderungen zur „Willkommenskultur“ mit der alle Deutschen, die in die Bundesrepublik Deutschland einreisenden Menschen begrüßen sollen, die teils als „Flüchtlinge“, teils als Asylbewerber“ Tag für Tag zu uns kommen. Herzliche Aufnahme und Fürsorge, sofortige Integration in alle gesellschaftlichen Lebensbereiche, psycho-therapeutische Betreuung zur Verarbeitung des Durchgemachten und umfassende Sprachkurse müssen eine Selbstverständlichkeit sein für eine Bevölkerung (kein Volk!), die aufgrund ihrer Vergangenheit zwischen 1933 und 45 geradezu prädestiniert aber auch verpflichtet ist, zu helfen, wo und wie es nur geht. Viele, viele Menschen in Deutschland machen dies in selbstaufopfernder Weise – andere verfolgen hingegen wirtschaftliche Interessen, weil eine Reihe von sogenannten „Ehrenämtern“ natürlich vergütet wird.

Kritische Bewerter dieser „Willkommenskultur“ sind weniger „willkommen“. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall: wer sich der „Willkommenskultur“ verweigert, ist „fremdenfeindlich“, potenziell „rassistisch“ und – wie sollte es anders sein – „rechts“, wenn nicht gar „rechts-extrem“. In der gesamten Berichterstattung sind schnell die Guten ausgemacht: der Flüchtlingskinder streichelnde Bundespräsident und der vor Fremdenfeindlichkeit warnende Außenminister auf der einen Seite und der deutsch-nationalistische Töne anschlagende CSU-Generalsekretär beispielsweise auf der anderen Seite. Die Welt ist so einfach: hier sind die Guten, dort die Bösen. Und wer will nicht gern ein Guter sein? Insbesondere Politiker wollen geliebt werden, denn die „Lieben“ werden wieder gewählt – und nur das zählt.

 Die unterschlagenen Farben der „Bunten Republik“

Nun ist die Welt leider nicht nur schwarz und weiß. Und es gibt nicht nur die Guten und die Bösen. Gerade die „Gutmenschen“, die jetzt in den Städten und Gemeinden auf ihren Transparenten beispielsweise stehen haben „Frankfurt ist bunt“, unterschlagen die Farben Blau, Schwarz, Braun und Ocker. Ihre Farbskala kennt im Grunde genommen nur die Töne Rot, Orange und Grün. Und die Medien sind ein willfähriger Diener und aktiver Wegbereiter dieser Politik zugleich. Wie einst zu Zeiten der guten „Aktuellen Kamera“ in der es hier die für Frieden und Gerechtigkeit stehenden Genossen der sozialistischen Gesellschaft und dort die bösen imperialistisch-kapitalistischen Klassenfeinde gab, finden wir heute einmal mehr die guten eine „Willkommenskultur“ pflegenden Mitbürgerinnen und Mitbürger unsere bunten, weltoffenen Gesellschaft auf der einen Seite und dort die fremdenfeindlichen, nationalistisch gesinnten Rassisten voller Hetze und Hass gegen Andersdenkende und sozialschwache Minderheiten auf der anderen Seite. Einheitlich stehen hier Rundfunk, Fernsehen und Presse zusammen.

 Informationsalternative Internet

Zum Glück bietet uns diese Medienwelt eine Alternative: das Internet! Ohne Werbung für einzelne Seiten machen zu wollen, sind es doch die blunews, die PI-Nachrichten oder die vielen anderen kleinen Blogs verschiedenster Anbieter, die eine willkommene Abwechslung zum „Einheitsbrei“ der gleichgeschalteten Medien bieten. Nicht allein zuletzt deshalb arbeitet die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Fernsehräten und Medien-Kontrollorganen daran, diese Freiheit einzuschränken. Wenn man die letzte Bastion der Freiheit, das Internet, jedoch nicht gleich- oder ausschalten kann, gilt es auch hier die zum Glück zunehmend stumpfer werdende „Faschismus-Keule“ auszupacken. Dann sind kritische Internetseiten schnell rechts-extreme unter Beobachtung durch den jeweiligen Verfassungsschutz zu stellende Sprachrohre strikt zu bekämpfender „Ausländerhasser“ oder „Demokratiefeinde“.

Was hilft, ist eine gute Mischung aus Gelassenheit und unermüdlichem Bürgerengagement. Wenn Mann oder Frau abends nach Hause kommen und sich nach einem harten, langen Arbeitstag vor den Fernseher begeben, um die „Aktuelle Kamera“ (egal auf welchem Sender) zu schauen, sollten sie dies mit einem entspannten Lächeln tun – so, als beginne nun das Kabarett eines schlechteren „TV total“. Ernst oder für bare Münze nehmen, sollte man diese nun über den Fernseher triefenden „Nachrichten“ auf gar keinen Fall mehr. Vielmehr ist es die Aufforderung sich nach dem Abspann-Jingle nun in das Internet zu begeben und sich über wahre Hintergründe, angereichert mit Zahlen, Daten und Fakten zu informieren. Gleichzeitig heißt es dabei, wenig bis nichts unkommentiert zu lassen und seine eigenen Erfahrungen einzubringen. So entstehen Information und Kommentar in einer wahren kritischen Bürgergesellschaft neu und füllen die Lücke, welche die vereinheitlichte Medienlandschaft aufgerissen hat.

Mit einem guten Glas Wein kann das sogar Freude bereiten. Und vielleicht trägt sogar diese Seite dazu einen nicht unwesentlichen Beitrag. Auf eine gute und ehrlich Berichterstattung und hoffentlich zahlreiche Kommentare!

Patrick Schenk

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