Brillante Entlarvung der Lügensprache in Deutschland 

Manfred Kleine-Hartlages wichtiges politisches Aufklärungsbuch

Es gibt noch gefährliche Bücher. Das sind jene Bücher, die mit unerbittlicher Logik und Klarheit die politische und gesellschaftliche Realität analysieren. Zu dieser Realität zählt nicht nur der Gebrauch von bestimmten Begriffen, die Realität wird vielmehr von solchen Begriffen und deren politisch gewünschten Verständnis auch entscheidend bestimmt und geprägt.

Keiner hat das so gut verstanden wie der Sozialwissenschaftler und Autor Manfred Kleine-Hartlage. Sein neues Buch „Die Sprache der BRD“ hat den Untertitel „131 Unwörter und ihre politische Bedeutung“. Erschienen im konservativen Verlag Antaios (ISBN: 978-3-944422-27-5), seziert Kleine-Hartlage mit Scharfsinn, dosierter Polemik und beißender Ironie 131 gebräuchliche Begriffe und Redewendungen von „Ängste der Menschen ernstnehmen“ bis „Zuwanderung“.  Was den Leser der 230 Buchseiten erwartet, ist nicht nur eine jederzeit erhellende, sondern auch eine intelligent-unterhaltsame Lektüre.

Wer nach dieser nicht immunisiert ist gegen die Lügensprache eines „Regimes im Übergang“, wie Kleine-Hartlage die politisch und medial tonangebende Machtschicht in Deutschland bezeichnet, der muss schon derselben selbst angehören. Für alle anderen ist dieses Buch eine einzige Quelle der Erkenntnis darüber, wie Sprache vernebeln, verdummen und verdrehen kann. Der Autor nennt in seinem Vorwort als Ziel seiner Arbeit, „dem Kartell die Herrschaft über die Sprache zu entreißen und eine Auseinandersetzung über die wirklichen Inhalte dieser Sprache zu erzwingen“. Wohl kein Leser von „Die Sprache der BRD“ wird das Gelingen dieses Vorhabens bestreiten: Manfred Kleine-Hartlage hat ein wichtiges Aufklärungsbuch unserer Zeit vorgelegt.

Wie brillant er das tut, zeigt schon das erste Kapitel im „Lexikon der Unwörter“, nämlich die gerade bei Politikern aller Couleur so gerne und oft gebrauchte Redewendung „Ängste der Menschen ernstnehmen“. Wenn ein Politiker von den „Ängsten“ der Menschen spricht, schreibt Kleine-Hartlage, „sagt er zugleich, daß er sich nicht mit ihren Warnungen, Interessen und Argumenten auseinanderzusetzen gedenkt, deren Nichtexistenz oder auch Gegenstandslosigkeit er somit en passant als Selbstverständlichkeit unterstellt. Bevor noch irgendeine Debatte geführt werden kann, hat er bereits als deren Prämisse festgezurrt, daß er selbst recht hat und die Bürger nicht.“

Unter den 131 „Unwörtern“ sind etliche, die schon lange fällig waren für eine kritisch Betrachtung ihrer Instrumentalisierung in der real existierenden deutschen Demokratie der „Alternativlosigkeit“. Als da sind unter anderen:  Antifaschismus, Bereicherung, Diskriminierung, Erinnerungspolitik, Fremdenfeindlichkeit, Gender, Gesicht zeigen, Homophobie, multikulturell, Rassismus, Stammtisch, Toleranz, Vergangenheitsbewältigung, weltoffen, Willkommenskultur. Aber Kleine-Hartlage widmet sich auch eigentlich brauchbaren, jedoch ideologisch missbrauchten Begriffen wie Antisemitismus, Deeskalation, Europa, Internationale Gemeinschaft, Offenheit, Respekt, Versöhnung oder Zivilcourage.

Offenheit zum Beispiel ist ein positiv besetzter Begriff, im Duden definiert als „freimütige Wesensart; rückhaltlose Ehrlichkeit“. Sarkastisch stellt Kleine-Hartlage fest, „daß Offenheit im Sinne von Freimut und Ehrlichkeit das Letzte ist, was hierzulande erwünscht ist, wie jeder feststellen wird, der freimütig sagt, was er denkt, sofern er damit das ideologische Laufställchen der BRD verläßt.“

Laut Duden bedeutet Offenheit auch „Aufgeschlossenheit; Bereitschaft, sich mit jemandem, etwas unvoreingenommen auseinanderzusetzen“.  Dazu schreibt der Autor eines Standardwerkes über den Islam („Das Dschihad-System“) aus eigener Erfahrung und nicht ohne eine gewisse Bitterkeit:  „Eine ernsthafte und unvoreingenommene Auseinandersetzung etwa mit der islamischen Kultur führt zwangsläufig zu Ergebnissen, die man freimütig und ehrlich nur aussprechen kann, wenn man in Kauf nimmt, zur Zielscheibe der Attacken der Medien, der Politik, der Wissenschaft, nicht zuletzt auch der Kirchen zu werden, die grundsätzlich jeden zum Rechtsextremisten stempeln, dessen Auseinandersetzung mit dem Islam ehrlich genug ist, sich nicht in oberflächlicher Affirmation zu erschöpfen.“

„Die Sprache der BRD“ ist für jeden Leser eine Fundgrube der intelligenten Sprachanalyse. Jede Seite der Lektüre des Buches von Manfred Kleine-Hartlage hat antibiotische Wirkung gegen die ideologisch ge- und missbrauchten Begriffe, mit denen gesellschaftlich-politische Macht  ausgeübt und zementiert wird. Zweifellos leistet „Die Sprache der BRD“ einen kaum zu überschätzenden Beitrag, diese Macht ideologiekritisch in Frage zu stellen. Dieses neue Werk von Mafred Kleine-Hartlage gehört zu den unverzichtbaren Handbüchern für alle kritischen Zeitgenossen und verdient deshalb größtmögliche Verbreitung.   

Wolfgang Hübner

Kommentar verfassen