Hochmut kommt vor dem Fall

Beitrag von Ulrich Thurmann, Staatssekretär a.D.

Das derzeitige Verhalten von SPD und Grünen ist von Panik gekennzeichnet. Seit als Folge der 68er Jahre die Ränge der linken Parteien, der Medien und der staatlichen Institutionen von einer Generation von Ideologen besetzt wurden, hat sich bei ihnen die Gewißheit gefestigt, nicht nur den öffentlichen Diskurs lenken zu können, sondern ohne Rücksicht auf das Volk schalten und walten zu können. Der Weg in eine von Funktionären gelenkte Planwirtschaft auf allen Gebieten schien unumkehrbar.

Je mehr Gruppen der Bevölkerung wegen irgendeiner „Benachteiligung“ als betreuungsbedürftig erklärt wurden, um so mehr Betreuerpöstchen standen zur Verfügung. „Eurorettung“, „Klimarettung“ und „Flüchtlingsrettung“ ziehen den Bürgern das Geld in Billionenbeträgen aus der Tasche.

Die „Eurorettung“ bereicherte die Hochfinanz und führte die Menschen in Ländern wie Griechenland in Arbeitslosigkeit und Armut , die „Klimarettung“ bereicherte die Klientel der Grünen und förderte die teuersten, verbrauchsfernsten und unsichersten Energien und die „Flüchtlingsrettung“ alimentiert die boomende Asylindustrie der sozialen Einrichtungen aller Art (alle unter linker Leitung) und bewirkt die Gefährdung all dessen, was den Deutschen in ihrer Kultur und Gesellschaft lieb und teuer ist. Die Wähler wurden mit Endzeitvisionen (Waldsterben, Rinderwahn, nukleare Verstrahlung, Klimakatastrophe) und mit dem auf Ewigkeitswirkung angedachten deutschen Schuldkomplex still und auf Linie gehalten. Kritik wurde in schlichtester Form als rechtsradikal bis faschistisch gebrandmarkt. Die Mehrzahl der Journalisten stellte sich als Lakaien des „mainstream“ der „political correctness“ zur Verfügung.

Das Ausmaß der Hochnäsigkeit und Sicherheit in der Abgehobenheit einer so geschaffenen Machtelite kann sich der normale Bürger nicht vorstellen. Der Wähler, das Volk wurde mit äußerster Verachtung behandelt. Die Menschen konnten sich auch nicht mehr artikulieren, weil ihnen der Zugang zu den Medien und damit zur öffentlichen Aufmerksamkeit weitestgehend verwehrt wurde. Viele wagten ihre Meinung selbst im Familien- und Freundeskreis nicht mehr zu sagen und wurden zu frustrierten Einzelgängern. Sie hatten sich in Ausbildung und Beruf in den Jahren nach dem Krieg angewöhnt, ihrem Staatswesen vertrauen zu können. Sie waren und sind überzeugte Anhänger des Rechtsstaats und der parlamentarischen Demokratie und stellten allmählich in Schritten der Bewußtwerdung fest, daß die Parteien nicht mehr daran denken, sich an Recht und Gesetz zu halten und in den Parlamenten die Interessen der Bürger gegenüber den Mächtigen zu vertreten. Sie lernten allmählich auch – gegen eigene innere Widerstände – die Medien als Propagandainstrumente der Linken zu erkennen. Sie sahen, wie Verwandte, Freunde und Berufskollegen eine Einheitsmeinung vertraten, die sie aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen bezogen, wie sie eigene Meinungen entweder nicht mehr hatten oder nicht mehr zu artikulieren wagten. Es entstand ein Volk von Mitläufern. All die gerade auch von Linken jahrzehntelang wortreich geforderten Einübungen von Widerstand gegen totalitäre Entwicklungen im Staat („nie wider Nationalsozialismus“!) schmolzen plötzlich wie Schnee in der Sonne, als es um den neuen Totalitarismus der Linken ging.

Man kann sich die Selbstsicherheit der linken Aktivisten und die Zufriedenheit der „Mitläufer“ mit ihrer Einbettung in das warme, linke Milieu nicht groß genug vorstellen. Es gab im Lande niemanden mehr, der ihnen Paroli bieten konnte, der ihrer Position gefährlich werden konnte. Selbst die Konservativen in der CDU und die Liberalen in der FDP wurden vom allgemeinen Trend erfaßt und von einer kommunistischen Regierungschefin sanft in das linke Lager bugsiert. Viele CDU- und FDP-Wähler haben noch gar nicht verstanden, daß ihre Parteien jetzt genauso links sind wie SPD und Grüne.

Die Spitzen dieser linken Parteien machten immer wieder Tests, ob ihre Gesetzesbrüche auf Widerstand stießen. Den Vogel schoß dabei die Bundeskanzlerin ab, nahe gefolgt vom Bundesfinanzminister. Es wurde gegen die Verschuldungsgrenzen verstoßen, dann gegen die „no bailout“-Regel, dann wurde mit dem ESM eine weitere europäische Geheimorganisation zur Beraubung des deutschen Steuerzahlers errichtet, dann wurde bei dieser Gelegenheit getestet, daß der Deutsche Bundestag eine Vereinigung von Eunuchen ist, die sich gegen ihre Entmachtung nicht wehrten, dann wurden die Kernkraftwerke unter gravierendem Bruch geltenden Rechts abgeschaltet, dann wurden Millionen von jungen moslemischen Männern aufgefordert, Deutschland in Besitz zu nehmen.

Das Gefühl in linken Kreisen im Herbst des Jahres 2015 war das einer ungeheuren Euphorie: jetzt war der Sozialismus endgültig gefestigt, das gutmütige und hilfsbereite Volk in widernatürlicher Weise zur Begrüßung der islamischen Invasionsarmee bewegt worden, von einer kampfbereiten Opposition war weit und breit nichts zu sehen.

Und dann wurde den sensibleren Linken allmählich bewußt, daß etwas nicht stimmte. Es waren nicht die komplizierten finanziellen Konstrukte der Eurorettung oder des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die den Umschwung brachten, sondern die so seit Jahrzehnten nicht erlebte Erfahrung, daß sämtliche staatliche Organe versagten – ja daß sie versagen sollten. Die täglichen Bilder von tausenden bis zehntausenden von Menschen, die ungehindert und unkontrolliert nach Deutschland eindrangen, fingen an, die Menschen zu beunruhigen. Das Herumgeeiere der gewählten Politiker verstärkte dieses Gefühl der Bedrohung. Die allmählich sichtbar werdenden gelenkten Vertuschungs- und Täuschungsversuche der Medien schufen ein Klima der Wut.

Wer Ende 2015 mit linken Freunden, Verwandten und Berufskollegen ein Gespräch über diese Fragen suchte, stieß auf eine Art persönlicher Ablehnung und persönlichen Hasses, die man nicht gewohnt war. Jahrzehntelang hatte man sich gutmütig die eigenartigen Thesen dieser Menschen angehört, ohne den Verkehr einzustellen. Jetzt stellte sich heraus, daß die linken Mitläufer und natürlich besonders auch die linken Aktivisten an einem Nerv getroffen waren. Die „Plebs“, die „Rechten“ wagten nicht nur, eigene Ansichten zu haben, sondern sie auch noch zu äußern. Die linken „Mitläufer“ reagierten mit persönlichen Beleidigungen ohne Rücksicht auf Verwandtschaft oder Freundschaft, die linken Aktivisten kämpften ohne Bandagen um die Erhaltung ihrer plötzlich angefochtenen elitären Vormachtstellung. Sie ermuntern linke Schlägertrupps, denkende Bürger mit roher Gewalt unten zu halten.

Am Beispiel der Masseneinwanderung wird den Bürgern aber jetzt klar, was hier beabsichtigt ist. Deutschland soll verändert werden. Es soll seine nationale Unabhängigkeit endgültig an sozialistische europäische Organisationen abtreten, die der Wähler nicht mehr beeinflussen kann, die nicht kontrolliert werden und die Politikern wie Schäuble totale Machtausübung ohne Verantwortung sichern. Es soll seine wirtschaftlichen Errungenschaften an finanzielle und wirtschaftliche Großkonglemerate der Hochfinanz abtreten. Es soll seine Ersparnisse durch Haftung für Verluste krimineller ausländischer Banken verlieren. Es soll über das Verbot des Bargeldes und den Zugriff auf alle persönlichen Daten hilfslos den Überwachungsorganen der sozialistischen Funktionärshierarchien sowie ausländischer Staaten und Großbanken ausgeliefert werden. Es soll über die Einwanderung von Millionen von jungen Männern aus einem anderen Kulturkreis, die mit den Werten und Verhaltensweisen unseres Volkes überhaupt nichts anfangen können und ihre eigenen Werte und Verhaltensweisen aus dem siebten Jahrhundert mitbringen, in seiner Eigenart geschwächt bis ausgelöscht werden.

Den Bürgern wird allmählich klar, daß die eigenen Sozialisten wie so oft in der Geschichte nur die Handlanger der Hochfinanz sind, um auf billige Weise (d.h. ohne die Aufwendungen für einen Krieg) ein Land völlig zu versklaven und unter Kontrolle zu bringen.

Mit der Aufforderung zur Masseneinwanderung haben die Linken unter Führung der Bundeskanzlerin überzogen. Das Ausmaß des beabsichtigten Staatsversagens wird klar. Es besteht nicht in einem Versagen der öffentlichen Verwaltung, also der Organe des Staates. Diese sind weiterhin arbeitsbereit und gesetzestreu. Das ist ein ungeheurer Vorteil, den kein anderes Land der Welt besitzt.

Das Staatsversagen liegt darin, daß die gesetzestreuen Organe des Staates seit Jahren absichtlich personell geschwächt worden sind. Es besteht darin, daß die linken Parteispitzen ungeheure Veränderungen in der Struktur der europäischen Einigung, der Energiepolitik und der Einwanderung begonnen haben, ohne irgendeinen Plan vorlegen zu können. Es soll einerseits umverteilt und entnationalisiert werden, andererseits (in der Energieversorgung) dezentralisiert und (durch Masseneinwanderung) destabilisiert werden, ohne daß etwas erklärt würde. Diese Hilflosigkeit offenzulegen bedeutet das Ende der Volksverachtung und den Beginn der Volksherrschaft.

Ulrich Thurmann, Staatssekretär a.D.

2 Gedanken zu „Hochmut kommt vor dem Fall“

  1. Wer, bitteschön, ist die Hochfinanz? Warum gelingt es der „Hochfinanz“ ein relativ wohlhabendes Land wie Deutschland an die Kandare zu nehmen, aber nicht Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn?
    Es gibt keine Entschuldigung für Merkel, Gabriel und Co, sowenig wie eine einheitliche Herrschaft von Banken.

  2. Er hat etwas vergessen: ein Volk mit einer Reproduktionsrate wie Deutschland schafft sich selbst ab. Es ist geradezu grotesk, die demografische Lücke durch massive Einwanderung aus moslemischen oder afrikanischen Ländern lösen zu wollen und sich hinterher aufzuregen dass wir unser Land nicht wieder erkennen. Sogar die Chinesen haben eingesehen, dass die 1 Kind Politik nicht durchzuhalten ist. Bei 1,2 Milliarden Menschen ist das mutig.
    Wo ist das Programm der AfD dazu? Der Rest sind Scheingefechte.

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